Betreuung von Wohngemeinschaften

Für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz / Demenz 

Bei unseren Wohngemeinschaften (WG) handelt es sich um Gemeinschaften von Menschen mit meist eingeschränkter Alltagskompetenz, die sich zusammen einen eigenen Haushalt teilen. Jedes Mitglied dieser Wohngemeinschaft bezieht sein eigenes Zimmer. Küche, Ess- und Wohnbereich, die sanitären Einrichtungen und sonstige Räume werden gemeinsam genutzt. Die Kosten der Haushaltsführung inkl. Telefon und Strom werden aus der gemeinsamen Haushaltskasse, in die jedes Mitglied der WG monatlich einen vereinbarten Betrag einzahlt, bestritten.

Betreuung von Wohngemeinschaften

Die Ausgangssituation

In der Pflege und Betreuung von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz sehen sich die Angehörigen oft einem Übermaß körperlicher, geistiger und seelischer Anstrengungen ausgesetzt. Trotzdem halten sie häufig daran fest, ihre kranken Angehörigen bei sich zu Hause zu begleiten und zu pflegen. Geschuldet ist dies zumeist den Befürchtungen, dass den Pflegebedürftigen in einem Heim übermäßige Anpassungen, z.B. im Tagesablauf, zugemutet werden würden und der eigene Zeitrhythmus und somit das eigene Leben nicht mehr selbst bestimmt werden könne. Ferner besteht zu Recht die Sorge, dass sich beim Umzug in eine fremde Umgebung die Orientierungsfähigkeit des Kranken verliert.

Unser Ziel

Der Mensch mit eingeschränkter Alltagskompetenz soll ein weitgehend normales Leben in einer familiären Atmosphäre führen können. Er soll seinen Tagesablauf selbst gestalten, vertraute Tätigkeiten und lieb gewonnene Gewohnheiten beibehalten können. Dazu bedarf es einer Begleitung rund um die Uhr, die bei der Strukturierung des Alltags unterstützt, notwendige Pflege und Behandlung gewährleistet. Eine derartige 24-stündige Begleitung ist in den einzelnen Haushalten aus finanziellen Gründen in der Regel nicht machbar. Ein Zusammenschluss von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz in Wohngemeinschaften bietet hier eine Möglichkeit des Eingehens auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen zu einem bezahlbaren Preis. 

Die pflegenden Angehörigen sollen entlastet, aber dennoch, soweit sie es wünschen, in die Pflege und Betreuung eingebunden werden.

Das Leben in einer WG

Die Räumlichkeiten sind unmöbliert und werden von den Mietern nach eigenem Geschmack eingerichtet. Auf Wunsch stehen ein persönlicher Telefon- und Fernsehanschluss zur Verfügung. Der eigene Wohnbereich bietet den Mietern die notwendige Rückzugsmöglichkeit in die Privatsphäre.

Die Mieter möblieren gleichfalls die Gemeinschaftsräume, sodass sich ein buntes, lebendiges und gemütliches Ambiente verbreiten kann. Lediglich die Kücheneinrichtung ist schon vorhanden und wird über eine Umlage durch die Mieter finanziert. In den Gemeinschaftsräumen besteht die Gelegenheit, den Alltag gemeinsam zu gestalten, z.B. gemeinsam zu kochen und seinen Hobbys nachzugehen. Insbesondere die Küche hat sich nach den Erfahrungen schon bestehender Wohngemeinschaften als Lebensmittelpunkt der Mieter herausgestellt. Gegenstände, Vorgänge, Gerüche und Geräusche sind vertraut und regen die Sinne an.

Lebensgestaltende Angebote

In der Wohngemeinschaft werden keine therapeutischen Angebote im althergebrachten Sinne vorgehalten. Es werden täglich lebensgestaltende Angebote durch die Alltagsbegleiter gemacht. Dabei wird darauf geachtet, dass Impulse gesetzt werden, die das „Daheim-Gefühl“ der Mieter stärken. Den stressfreien, individuellen Tagesablauf bestimmen die Mieter jedoch selbst.
Des Weiteren ist der Tag strukturiert mit alltäglichen Aktivitäten, wie zum Beispiel kochen, backen, Wäschepflege, Tisch decken, Zeitung lesen, Einkäufe erledigen, Spaziergänge, Ausflüge machen, Feste vorbereiten und feiern.